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HAUPTSACHE EIN BISSCHEN MEHR

By on 11. Februar 2017

Mehr Geld, mehr Freunde, mehr Party, mehr Bestätigung, mehr unnötige Handtaschen. Ein schöneres Auto, eine größere Wohnung. Einen tolleren Job, einen perfekteren Körper. Mehr Bestätigung, mehr Dates. Mehr Handynummern von Menschen die uns eigentlich egal sind…
Wir streben ständig nach mehr. Höher, schneller, besser, weiter. Sind wir dann endlich höher wollen wir noch weiter, solange bis wir wieder ganz nach unten fallen. Sind wir besser sehen wir jemanden der noch besser ist, sind wir weiter wollen wir wieder zurück. Wir wollen ein Leben in Saus und Braus, haben wir Saus und Braus sehnen wir uns nach Ruhe und Entspannung. Haben wir Ruhe werden wir nervös. Wir könnten was verpassen. Wir wollen Abenteuer und Risiko. Aber uns fehlen Sicherheit und Konstante. Bloß nicht festlegen, offen sein für Neues. Opportunismus ist unser zweiter Vorname und von der Loyalität haben wir uns scheiden lassen.
Wir jagen einer perfekten Instagram Welt hinterher #thegoodlife. Wir legen fröhliche Filter über unsere Sorgen. Wir snappen unser ach so tolles Dinner mit ach so tollen Bekanntschaften und verdrängen dass wir gerade eben noch unsere ganze Existenz in Frage gestellt haben. Scheiss drauf, jetzt haben wir #qualitytime, es ist jetzt #nightout – hier ist kein Platz für Sorgen und Ängste. Wen würde das schon interessieren? Deine oberflächlichen Bekanntschaften? Sicher nicht! Die wollen dich feiern sehn. Dafür haben sie dich schliesslich her bestellt. Hier geht es nur um #ootn #livingthegoodlife und #champagneshowers.

Im #goodlife sind alle an deiner Seite. Aber morgen früh wachst du wieder allein auf und fragst dich wozu das Ganze.

Wenn du gewollt hättest, könntest du jetzt in den vertrauten Armen eines Mannes aufwachen der dich aufrichtig liebt. Aber nein, Vertrautes ist doch langweilig. Du hast doch noch soviele andere Optionen. Du bist jung, schön und die ganze verdammte Welt lieg dir zu Füßen. Hauptsache ein bisschen mehr. Niemals stehen bleiben. Wer aber niemals stehen bleibt, nimmt die Welt unter Umständen nur im vorübergehen wahr und rennt an den wichtigen und schönen Dingen vorbei. Wir sitzen im Schnellzug Richtung Zukunft und an jeder Station haben wir die Möglichkeit auszusteigen. Wir halten kurz, betrachten die Haltestelle und beschließen noch weiter zu fahren. Die nächste Station könnte ja unter Umständen nooooch besser, nooooch spannender sein. Und dann kommen wir irgendwann an der Endstation an und stellen fest, das alle vorherigen Optionen tausend mal besser gewesen wären. Aber jetzt ist es zu spät. Wir wollten mehr und bekamen weniger. Das ist das Risiko. Plötzlich liegt dir nicht mehr die Welt zu Füßen, du liegst der Welt zu Füßen.

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ZAMPANELLA
Köln

Wie schön, dass du hier bist. Mein Spitzname ist Zampanella. Ich liebe das Leben. Ich liebe Geschichten und vor Allem liebe ich Geschichten die das Leben schreibt. Also lebe ich und schreibe darüber...

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